Warum die richtigen Bewegungen entscheidend sind
Nach einer Hüftoperation – etwa dem Einsatz einer Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) – ist das künstliche Gelenk in den ersten Wochen noch nicht fest eingewachsen. Falsche Bewegungen können zu einer Luxation (Auskugeln) des Gelenks führen. Welche Bewegungen erlaubt sind, hängt vom Operationsverfahren und den Anweisungen des behandelnden Teams ab. Die folgenden Empfehlungen sind häufige Richtwerte – maßgeblich ist immer die ärztliche Anweisung.
Erlaubte Alltagsbewegungen
- Aufstehen und Gehen mit Gehstützen nach Anweisung
- Kurze Spaziergänge und regelmäßige Mobilisation
- Treppensteigen mit der erlernten Technik
- Sitzen auf ausreichend hohen Stühlen
- An- und Ausziehen mit Hilfsmitteln wie Greifzange und Strumpfanzieher
- Körperpflege im Stehen oder auf einem erhöhten Sitz
Bewegungen, die ihr vermeiden solltet
Besonders in den ersten Wochen gefährden bestimmte Bewegungen das neue Gelenk:
- Die Hüfte stärker als 90 Grad beugen (zum Beispiel tiefes Bücken)
- Die Beine übereinanderschlagen
- Das operierte Bein stark nach innen drehen
- Auf sehr niedrigen Sofas oder Stühlen sitzen
- Schwere Lasten tragen
Praktische Beispiele für den Alltag
Erlaubt: auf einem Stuhl mit normaler Höhe essen, kurze Wege in der Wohnung gehen, mit Hilfsmitteln Gegenstände vom Boden aufheben, im Sitzen auf einem Duschhocker duschen.
Besser vermeiden: Schnürsenkel im Sitzen ohne Hilfsmittel binden, in die tiefe Hocke gehen, den Oberkörper ruckartig über dem feststehenden Bein verdrehen, schwere Einkaufstaschen tragen.
Hilfsmittel erleichtern die Genesung
Greifzange, Strumpfanzieher, ein erhöhter Toilettensitz und ein Duschhocker helfen, die kritischen Bewegungen zu vermeiden und trotzdem selbstständig zu bleiben. Viele dieser Hilfsmittel könnt ihr über ein Rezept oder die Pflegekasse beziehen.
Genesung gemeinsam begleiten mit mendracare
Nach einer Hüft-OP sind oft mehrere Personen in die Betreuung eingebunden – Angehörige, Physiotherapie und Pflegedienst. Mit mendracare könnt ihr die ärztlichen Vorgaben, erlaubte Bewegungen und Fortschritte zentral festhalten. So weiß jeder im Pflegeteam, worauf zu achten ist, und unterstützt die Genesung auf dieselbe sichere Weise.