Pflegetipps

Ernährung im Alter: Worauf pflegende Angehörige achten sollten

3 Min. Lesezeit
Ernährung im Alter: Worauf pflegende Angehörige achten sollten

Warum Ernährung im Alter so wichtig ist

Mit dem Alter verändern sich Appetit, Geschmacksempfinden und Nährstoffbedarf. Gleichzeitig steigt das Risiko für Mangelernährung – besonders bei pflegebedürftigen Menschen. Rund jeder vierte ältere Mensch in häuslicher Pflege ist von Mangelernährung betroffen. Pflegende Angehörige spielen eine Schlüsselrolle dabei, eine ausgewogene Ernährung im Alter sicherzustellen.

Was sich im Alter verändert

Mehrere Faktoren beeinflussen die Ernährung im Alter:

  • Weniger Appetit: Das Hunger- und Durstgefühl nimmt ab. Ältere Menschen essen und trinken oft zu wenig, ohne es zu merken.
  • Veränderter Geschmack: Geschmacks- und Geruchssinn lassen nach. Essen schmeckt fad, was die Lust am Essen mindert.
  • Kauprobleme: Zahnprobleme oder schlecht sitzende Prothesen erschweren das Kauen.
  • Schluckbeschwerden: Dysphagie tritt bei vielen neurologischen Erkrankungen auf und erfordert angepasste Kost.
  • Medikamente: Viele Arzneimittel beeinflussen Appetit, Geschmack oder die Nährstoffaufnahme.

Warnsignale für Mangelernährung

Achtet auf diese Anzeichen:

  • Ungewollter Gewichtsverlust (mehr als 5 % in drei Monaten)
  • Kleidung wird deutlich weiter
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Häufige Infekte oder schlechte Wundheilung
  • Mahlzeiten werden regelmäßig ausgelassen oder nur angerührt

Wenn mehrere Anzeichen zutreffen, sprecht mit dem Hausarzt. Eine Ernährungsberatung kann gezielt helfen.

Praktische Tipps für den Alltag

Die Ernährung im Alter lässt sich mit einfachen Maßnahmen verbessern:

  • Kleine Mahlzeiten, dafür öfter: Fünf bis sechs kleine Mahlzeiten sind leichter zu bewältigen als drei große.
  • Nährstoffdicht kochen: Butter, Sahne, Nüsse oder Olivenöl erhöhen die Kaloriendichte, ohne das Volumen stark zu vergrößern.
  • Gemeinsam essen: Gesellschaft beim Essen steigert den Appetit. Wenn möglich, esst zusammen.
  • Trinken nicht vergessen: Stellt Getränke in Sichtweite. Mindestens 1,5 Liter am Tag – Wasser, Tee oder verdünnte Säfte.
  • Lieblingsspeisen einbauen: Fragt, was früher gern gegessen wurde. Vertraute Gerichte wecken Erinnerungen und Appetit.
  • Konsistenz anpassen: Bei Kau- oder Schluckproblemen auf weiche, pürierte oder passierte Kost umstellen.

Trinkmenge dokumentieren

Gerade bei Hitze oder Fieber ist ausreichendes Trinken lebenswichtig. Führt ein Trinkprotokoll – entweder auf Papier oder digital. Mit mendracare könnt ihr die Trinkmenge im Tagesprotokoll erfassen, sodass alle im Pflegeteam den Überblick behalten.

Wann professionelle Hilfe nötig ist

Wenn trotz aller Bemühungen das Gewicht sinkt oder die Ernährung im Alter nicht gelingt, holt euch Unterstützung. Ernährungsberater, Logopäden bei Schluckstörungen und der Hausarzt können gemeinsam einen Plan erstellen. In manchen Fällen kommen auch Trinknahrungen (Astronautenkost) oder eine Ernährungstherapie auf Rezept infrage.